HühnerGeleit durch die Unendlichkeit

… sie kamen zu mir auf Grund einer Ausstallung. So nennen es die menschenartigen, wenn Legehennen für sie finanziell unrentabel werden und sie sie daher töten, bzw. töten lassen. Soviel zu diesem Begriff „Ausstallung“.


„Wie ist sowas überhaupt möglich“, fragte ich mich, als mich als Hühner-Neuling dieses Wort wie ein Keulenschlag traf, … „Leben zu töten, das einfach nur leben will, genau wie Ich und Du? – was läuft da entgegen die Schöpfung?“


Antwort auf diese Frage bekam ich zwar im Moment keine, a b e r ICH BIN ja da, um Veränderung einleiten zu können und so zogen flugs darauf 3 dieser wunderbar speziellen Hühnerseelen bei mir ein.


Ich gab ihnen die Namen Josefine, Kleopatra und ELI, wobei ELI die Abkürzung für Energie-Liebe und Information ist. Ich hatte darüber in einem Buch von Dr.König gelesen, daß es diese 3 Worte sind, wie die die Welt funktioniert. … also würde sie damit auch für meine 3 neuen Gefährtinnen funktionieren..


„Das schöne ist“, dachte es da bei der Namensgebung sofort in mir, „daß ICH das alles zur Verfügung habe, alles in mir ist – Energie? hab ich … Liebe? Bin ich sowieso und Information? kann ich auch geben und sogar die beste, weil sie direkt aus meinem Herzen kommt … ergo konnte da so wirklich „nix“ schieflaufen.


Und so blieb es auch. Ich sah und lernte so viel von ihnen, ich trat zurück und war erstaunt, wie sie die Welt sehen, erleben, erlieben … indem sie einfach da sind und sich verschenken.


Viele meiner alten Glaubensmuster in Bezug auf rennen-hasten-eilen verabschiedeten sich durch sie, denn sie machten mich gewahr, wie es sich anfühlt Zeit einfach zu geben. … „Ich bin da – du bist da – Zeit ist da und zwar in Form der Ewigkeit – also … ??? Ist doch so einfach! Meinst du nicht auch ?“


So schön , ja wirklich … so schön verlief und läuft unsere Zeit miteinander, bis mir Kleopatra und Josefine in ihrer liebevollen Art signalisierten, daß es Zeit für eine Übersiedlung ins nächste Reich wird und die Art, wie sie mich das an- und ausfühlen ließen, brachte nur demütige Dankbarkeit für alle Hühnerseelenwesen in mir hervor, sie holten das beste aus mir heraus … LIEBE!


Ich hatte sie ja bei ihrem Einzug schon wissen lassen, daß Eierlegen nur mehr ihre eigene Freiwilligkeit sei, denn als TierleidFreiEsser bräuchte ich diese nicht. Und so taten sie auch … anfangs legten sie zu dritt 2 Eier, dann mal Pause und zuletzt oft an einem Tag zu dritt 1 Ei als Gemeinschaftsgeschenk.


Langsam, aber stetig bemerkte ich eben bei Kleopatra und Josefine einen gewissen Rückzug, so als ob sie schon mit einem Teil vorübersiedeln würden, bis sie sich eines Tages nicht mehr so bewegten, lieber liegenblieben in der Früh auf ihrem Strohbett. Ich hatte ja inzwischen bei anderen liebenden HühnerAufnahmeprofis nachgefragt, wie sich das denn alles zeigen wird, wie ich erkennen kann, was zu tun sei, wenn …


„Es gab nichts zu tun, alles geschah einfach und ich bewegte mich mit dem Herzen nur mit.“


Als ich bemerkte, daß es so sein sollte und wollte, packte ich sie abends im Stall nochmals gut mit frischem Heu ein – ganz eng nebeneinander – und sagte ihnen, daß alles gut sei, daß ich ihnen danke für alles, was sie mich lehrten und daß ich weiß, daß diese Übersiedlung ja nur ein Formwandel sei und wir ohnehin nie getrennt sein könnten.


Mit diesen Worten vorverabschiedete ich mich leise, um ihnen meine menschliche Traurigkeit nicht spüren zu lassen.


Am nächsten Morgen, als ich in den Stall kam, … waren sie übersiedelt … ins nächste Reich … ins nächste Glück. Ich streichelte ihre schon steifen Körper und weinte und weinte …und welch ein Ereignis !


Während meine Tränen sie noch beregneten, kamen mir freudestrahlend ihre Seelen von der nächsten Instanz aus schon wieder entgegengelaufen mit ganz lauten Stimmen und sie gackerten: „Oh wie schön, da ist jemand, der um uns weint. Viele Milliarden unserer Geschwister geben ihr Leben, um euch Menschen wieder an die mitfühlende Liebe zu erinnern und wir beide, ich Kleopatra und meine Schwester Josefine haben es tatsächlich geschafft, daß du Roswitha um uns weinst, Tränen der Liebe und alle Hühnerseelen sind dadurch nicht umsonst gestorben …“


Als Nachtrag zu meiner wahren G´schichte innerhalb meiner eigenen Geschichte erzähle ich noch, daß ELI noch bei mir ist und vorigen Sonntag durften dann 3 weitere Hühner nachrücken zu mir nach Hause und so leben wir Jetzt im Hier zu fünft und gackern fröhlich-liebend unseres Weges >>> Ich Roswitha-Mensch, zusammen mit ELI, samt Neuzugang Gockelhahn Veggruf und Christa und Margit als Hühnerladies …………………..



Aufgeschrieben am 8.12.2015 …. D a n k e …. Roswitha Rhomberg